ICH HABE EIN PROBLEM; ICH BIN DAS PROBLEM

Heute klappt mir mal wieder die Kinnlade herunter. Ich schreibe gerade mit offenen Mund und staunenden Augen. Ich hab mich mal wieder ertappt.

Mein Leben bestand in Problemen, die es zu lösen gab. Ein Spiel an dem ich scheinbar Spaß hatte und vergaß es zu beenden. 

Unzufriedenheiten, Unstimmigkeiten, Probleme und ich durfte sie lösen. Ich provozierte sie sogar. Wie stolz ich darauf war! Verrückt. Ich sollte einen Orden dafür bekommen. Im Nachhinein möchte ich nicht wissen, wieviele Probleme ich mir erschaffen habe, nur um des Spasses willen.

Was für ein Leben! Einerseits doch sehr kreativ. Mangel und Ohnmacht waren mir dabei ein langjähriger Freund, Antrieb und Treibstoff.

Das Problem: Mangel an Geld. Die kreative Lösung in meinem Leben sah dann so aus. Ich bestahl meine Arbeitgeber, was dann meisten zu einer Kündigung führte. Ich machte Schulden, zahlte keine Steuern. Oder ich schrieb ein E-Book über die Finanzielle Freiheit. Schon sehr kreativ wie ich im nachhinein finde.

Ohnmacht bei Frauen und Sex. Das Problem. Unzählige Diäten, unzählige Mitgliedschaften in Sportvereinen. Ich war sogar Club General Manager eines Fitnessclubs. Kennst du das auch? Du kaufts dir bewusst zu kleine Kleidung, weil du ja bald hinein passt? Verrückt oder? Darf das Leben auch leicht sein?

Jede Frau für die ich mich interessierte musste mich ablehnen. Jede Begegnung mit potentiellen Partnerinnen war unangenehm für mich. Ich suchte und fand Fehler, meistens in Äußerlichkeiten. Ich hatte auch eine langjährige Beziehung mit einer Frau die Bulimie hatte.

Mein Gewinn am Problem war immer größer als die Freude am empfangen und geniessen.

Manchmal kam ich mir schon selbst komisch vor. Ich kann mich erinnern, wir waren mit Freunden in einem 5 Sterne Hotel. Die Nacht kostete 400€ und alle waren begeistert. Ich sah nur die Fehler. Schiefe Fugen im Bad, schwere Bettdecke, schlechte Raumluft, Sauberkeit etc. Ich konnte nicht geniessen.

Als ich das erste mal Kunden in meinen Heilsitzungen hatte, suchte ich instinktiv das Problem. Nicht beim Kunden, sondern an der Situation, es darf so leicht nicht sein. Ich konnte nicht empfangen, suchte den Haken. Ich kann nicht einfach Kunden haben. Es darf mich nicht erfüllen.

Es muss ein Problem geben. Ich muss was tun. Ich muss mich beweisen. Ich muss es richtig machen. Ich muss es verändern. Es darf nicht so sein. Es darf nicht richtig sein. Ich darf nicht richtig sein. Ich darf nicht perfekt sein, so wie ich nun mal bin.

Jetzt weiß ich auch warum ich immer Probleme damit hatte dankbar zu sein. Mir war das Problem wichtiger als die Lösung. 

In den letzten Jahren richteten wir viele Hochzeiten aus. Am Anfang war das ein Chaos und Abenteuer. Ein Haufen Probleme die es zu lösen gab. Von Hochzeit zu Hochzeit lief es besser und besser. Zum Schluß überhäuften uns die Brautpaare mit ihrer Dankbarkeit. Die perfekte Hochzeit und alles so toll und reibungslos. Ich stand meistens gleichgültig da und konnte diese Dankbarkeit nicht empfangen. Ich fragte mich immer nur, wo ist der Fehler?

STOP MIT DEM SPIEL “SUCHE DEN FEHLER”

Dein Problem wird nur so lange bestehen, wie du dich seiner bewusst bist. Transformiere die Vielzahl deiner Gründe und Annahmen in das gewünschte Idealbild. Entziehe dem vermeintlichen Problem einfach die Aufmerksamkeit. Fokussiere dich ausschließlich auf das Gewünschte. 

In der Welt der Illusionen kann man nichts lösen, sie ist nicht real, bloß eine Projektion. Probleme den Verstand zu übergeben ist somit vergeudete Zeit. 

Jeder vermeintliche Problem bedarf der Bewusstheit. Es gibt keine Lösung. Daraus zu erwachen ist die Lösung.

Dieses Erwachen hatte sich die letzten Tage schon angedeutet. Alles lief wie am Schnürchen. Alles lief glatt. Es entstand gefühlt sehr viel Freiraum an Zeit und Möglichkeiten. Mein Essverhalten veränderte sich, mein Herz ging auf und eine Zufriedenheit schlich sich ein. 

Ich traf eine wunderbare Frau, ohne Fehler und nahezu perfekt. Das durfte nicht sein. Also war ich das Problem, dachte ich. Dieses fühlte sich jetzt aber auch nicht mehr wahr an. Was nun? Verwirrung! Panik! Durchbruch =)

Neue Fragen tauchten auf. Wer bin ich jetzt mit meiner neuen Wahrheit? Wie bin ich jetzt? Was brauchst mein Körper wann, wie viel und wie oft? Wie verhalte ich mich jetzt im Bezug auf meinen Gegenüber, auf Frauen? Wie fülle ich meine Zeit und womit? Habe ich vielleicht jetzt sogar Freude daran zum Sport zu gehen?

Das alles selbst zu spüren und zu wissen und dabei eine Sicherheit zu entwickeln darf jetzt mein Problem sein. Ich freue mich darauf.


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